Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Politik


Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die Verdienste des Widerstandskämpfers und
DDR-Regimekritikers Robert Havemann (1910-1982) gewürdigt.
"Robert Havemann kämpfte für Freiheit und Menschenrechte", sagte er am Donnerstag anlässlich des 100. Geburtstages des Bürgerrechtlers. Er sei "einer der bedeutendsten Vordenker der friedlichen Revolution des Jahres 1989" gewesen.
Wowereit erinnerte daran, dass Havemann sich in der DDR nach zeitweiliger Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit vom Stalinismus abwandte. 1976 habe er gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestiert. Außerdem habe er Ideen vertreten, die durch die Bürgerbewegung aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt worden seien.
Gedenkveranstaltung mit Wolf Biermann
Am Abend fand in Berlin eine Gedenkfeier zu Ehren Havemanns statt. Ausrichter waren die nach Havemann benannte Gesellschaft und die Heinrich-Böll-Stiftung. An der Veranstaltung nahm auch der Liedermacher und Havemann-Freund Wolf Biermann teil.
Der Chemiker und Philosoph Robert Havemann (1910-1982) war in der NS-Zeit im Widerstand aktiv und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden, wobei die Urteilsvollstreckung wegen seiner "kriegswichtigen Forschungen" ausgesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Havemann in die SED ein und machte Karriere in der DDR; dabei war er auch als Informant für die Staatssicherheit tätig.
Er entwickelte sich jedoch zum Kritiker der SED-Politik, wurde aus der Partei ausgeschlossen und erhielt Mitte der sechziger Jahre Berufsverbot. Ab 1976 stand er für drei Jahre unter Hausarrest. Havemann starb am 9. April 1982 in Grünheide. Er gilt als Symbolfigur der DDR-Opposition.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2010_03/erinnerung_an_robert.html